Nov
19

Ich bin eine brave Hausfrau. Manchmal.

Als ich vom Sozi nach Hause kam starrte er mich an, der Papiermüll. Ich bin brav, ich bring ihn runter. Ja. Wenn das das Einzige gewesen wäre. Ihr kennt ihn. Den Restmüll. Er stinkt. Er quirlt. Er fließt. Aus der Tüte raus, sehr lecker. Also: man nehme den ganzen Eimer drum herum gleich mit runter. Treppe runter, Luke auf, Beutel rein, Suppe hinterher. Eimer wieder nach oben, in die Badewanne, abgewaschen. W-i-d-e-r-l-i-c-h.

Danach: brav die Handtücher aus dem Bad geholt, Hosen, Socken etc. dazu, in die Waschmaschine rein, Waschmaschine an. Fertig.

Was macht Frau in der Zwischenzeit? Seinen Fressattacken nachgehen und alles um sich herum vergessen. Und twittern. Und die Waschmaschine vergessen. Die übrigens fertig ist.

Tschüss.

Nov
19

Was sollte ich da? Ich war ehrlich und konsequent und lande zwischen Frau X und Herrn Ü.

Das erste was mir auffiel: Menschen. Viele davon. Zu viele. Aber: es ist das Soziamt Mitte, was sollte ich anderes erwarten? Freundlichkeit? Weit gefehlt. Man niest und keiner wünschte mir Gesundheit.

Wie bei jedem gut besuchten Amt gab es eine digitale Anzeige. Blöd nur wenn man sie nicht sieht. Egal wo man sitzt, bis auf 1 Platz. Also ging ein Kampf  um Denselbigen los. Ich hatte Glück und musste mich nur 3x insgesamt umsetzen.

Aber egal, ich saß im warmen, trockenen Raum ohne Empfang. Fast. Twittern konnte ich zum Glück noch, sonst wäre ich da drin womöglich aus langer weile gestorben.

Noch 18 Leute vor mir.....

Meine Gedanken kreisen darum dass ich möglicherweise meine Miete zum 1. nicht zahlen kann. Warum kann ich nicht auch einfach schwanger werden und dann meinen dicken, delligen Po jeden Arbeitgeber in Kiel zeigen?

Noch 12 Leute vor mir....

Naja, man denkt halt über unrealistische, gut duftene Babys nach, da gings plötzlich los: eine Türkin, grade vor wenigen Minuten ins Gebäude gekommen, kommt schnurstracks zur Information. Aber. Ich bin doch schon viel länger hier, und warte schon seit 30 min. Dachte sich auch die Russin die aufgleich sich mit dem Kopftuch anlegte. "Das geht so nicht. Hier können nicht einfach Marken von der Frau da verteilt werden. Das geht so nicht." Frau X hinter mir "Was? Was hab ich gemacht?" (ich persönlich hätte ja meine Klappe gehalten aber, ich bin auch nicht Frau X)

Aber Frau X muss halt ihre passionierten Langschläfer bei-Laune halten.

Noch 4 Leute vor mir.....

Bing bing bing.... Noch 3 Leute vor mir.....

Ich bin dran.

Mitleid für meine Situation von der Info-Tante und ein "lassen se mal stecken" als ich Unterlagen aus meiner Tasche kramen wollte. Wieder raus. Warten. Beobachtet werden von Ölaugen und Junks. Beide Parteien überraschend schnell wieder aus meinem Sichtfeld verschwunden.

Dann die Erlösung. Ins Büro der Plüschlöwenschlüsselanhängertante.

(Und mein iPod, der Penner, liegt immernoch zu Hause und gammelt rum.)